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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Parlamentswahlen - Einleitung

Entscheidungshilfe zu den Parlamentswahlen in der Schweiz

Die Arbeitshilfe zu den Parlamentswahlen entstand 1999 und wurde von der Jährlichen Konferenz (Synode) der Evangelisch-methoditischen Kirche Schweiz-Frankreich offiziell angenommen. Seither wurde sie in einigen Bereichen überarbeitet. Der Ausschuss Kirche und Gesellschaft hofft, dass das Dokument auch bei den aktuellen Wahlen auf reges Interesse stösst.

Entscheidungshilfe zu den Parlamentswahlen

 Bemüht euch um das Wohl des Landes, in das ich euch geführt habe und betet dafür zu Gott. (Jeremia 29,7)

 

Alle vier Jahre wird in der Schweiz das Parlament neu gewählt. In den letzten Jahren hat eine starke Polarisierung der Kräfte stattgefunden. Neue Parteien sind auf den Plan getreten. Populismus und Sachpolitik können nicht immer einfach unterschieden werden. Je nachdem, wer sich zum Wählen mobilisieren lässt, kann das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen. Christen nehmen ihre Verantwortung wahr. Sie orientieren sich an den Worten Jeremias: „Bemüht euch um das Wohl des Landes… den in seinem Wohl wird euer Wohl liegen.“

 

Bischof im Ruhestand Walter Klaiber schreibt dazu: „Das Bekenntnis zu Gottes mächtigem Handeln in der Geschichte und der Auftrag, die gute Nachricht für jeden Menschen und die ganze Welt weiterzusagen und Gestalt werden zu lassen, sind ein kräftiger Anspruch gegen die heute weit verbreitete Resignation und Verdrossenheit den Anliegen des Staates gegenüber.“


Verantwortung übernehmen im Blick auf die Wahlen heisst:

  • An den Wahlen teilnehmen und andere auffordern, es auch zu tun.
  • Sich sorgfältig informieren, damit bewusst gewählt werden kann.
  • Sich bewusst sein, dass mit dem Wahlzettel die eigene Verantwortung nicht abgegeben, sondern Einmischung immer wieder  nötig sein wird.

 

Vor allem bei der Wahl in den Nationalrat werden eher Parteien als Personen gewählt. Darum ist zu bedenken, dass die Parteien in ihren Programmen und ihrer Politik sich nach den Anliegen ihrer Wählerinnen und Wähler richten müssen. Wo und wie wir unsere Meinung äussern hat deshalb Einfluss auf den Prozess der weiteren Meinungsbildung.

 

Glieder der Evangelisch-methodistischen Kirche engagieren sich in unterschiedlichen Parteien. Sie suchen das Wohl des Landes auf unterschiedlichen Wegen. Wir unterstützen ihr Engagement und sind dankbar, dass alle in Jesus Christus zusammengehören.
Eine Grenze allerdings sehen wir: Wo gegen Menschen abschätzig geredet, ihre Arbeitskraft oder die Schöpfung ausgebeutet und damit der Gewalt Vorschub geleistet wird, müssen Christen energisch widerstehen.


Die nun folgenden Fragen wollen zur Vertiefung der Information beitragen und zum klärenden Gespräch anregen:

 

Die Parteien

  • Werden Probleme ehrlich benannt?
  • Werden nicht haltbare Versprechen gemacht?
  • Wurden Versprechen aus früheren Wahlen erfüllt?
  • Wird von anderen Parteien mit Respekt gesprochen oder werden die anderen einfach "schlecht" gemacht?
  • Sind Argumente sachbezogen oder geht es darum, Recht zu haben?
  • Wird so geworben, dass die Achtung vor dem Mitmenschen als Ebenbild Gottes deutlich erkennbar ist?
  • Wie steht es mit dem Mut zu unpopulären Massnahmen?

 

Einzelne Sachbereiche

Wir weisen gerne auf die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche hin. Sie helfen dabei, einzelne Anliegen zu erkennen und darauf einzugehen. Die Sozialen Grundsätze findet man unter http://soziale-grundsaetze.ch.

 

Die natürliche Welt

  • Wird ein nachhaltiger Umgang mit Gottes Welt sichtbar? Woran am Wahlprogramm ist dies erkennbar?
  • Welche Prioritäten und Werte werden bei der Energiegewinnung und –sicherheit sichtbar?
  • Wie wird die Klimaerwärmung eingeschätzt und welche Schlussfolgerungen für die CO2-Reduktion werden gezogen?
  • Wie werden genmanipulierten Pflanzen und Tieren beurteilt? Kommt Respekt vor der Schöpfung darin zum Ausdruck?

 

Die menschliche Lebensgemeinschaft

  • Welche Massnahmen zur Stärkung und zum Schutz der Familie werden vorgeschlagen?
  • Wie werden die Anliegen von Alleinerziehenden aufgenommen?

 

Die soziale Gemeinschaft

  • Wird den Kindern genügend Raum gegeben, um Kinder zu sein, oder werden sie einfach für die Zukunft getrimmt?
  • Wie sprechen Kandidaten und Parteien von Minderheiten?
  • Werden die Ausländer als Teil unserer Gesellschaft respektiert und ihnen ein entsprechender Platz eingeräumt?
  • Wie wird das Zusammenleben von starken und schwachen Regionen sowie zwischen Städten und ländlichen Gebieten konstruktiv gefördert?
  • Welche Massnahmen und Ideen werden im Blick auf die Solidarität zwischen den Generationen entwickelt?
  • Auf welche Kosten sollen die Sozialwerke (IV, AHV) finanziert und saniert werden?

 

Die wirtschaftliche Gemeinschaft

  • Werden konkrete Massnahmen zugunsten Arbeitsloser vorgesehen?
  • Was kann gegen die Verarmung immer grösserer Bevölkerungsschichten unternommen werden? Wird ein Zusammenhang hergestellt zu den sehr hohen Managerlöhnen und Millionenabfindungen?
  • Was wird unter Steuergerechtigkeit verstanden?
  • Welche Grenzen gegen die zunehmende Monopolbildung und Machtkonzentration werden als notwendig erachtet?
  • Wie soll das Verhältnis zwischen freiem Markt und sozialer Gemeinschaft gestaltet werden, und welche Rolle wird dem Staat dabei zugesprochen?

 

Die staatliche Gemeinschaft

  • Wird ein gutes Miteinander der verschiedenen Sprachen und Regionen angestrebt?
  • Wie kann eine grössere Steuergerechtigkeit erzielt werden?
  • Welche Bedeutung wird dem "Service publique" eingeräumt? Gibt es Dienste, die geleistet werden müssen, damit die Gemeinschaft lebenswert für alle bleibt, die aber nicht rentabel sein können? Wie sollen solche Dienste finanziert werden?

 

Die Schweiz in der Welt

  • Welche Werte sind den Parteien und Kandidaten wichtig für die Gestaltung der Beziehungen zu den anderen Staaten und zu internationalen Organisationen?
  • Wieweit wird in den weltweiten bilateralen Beziehungen ein gerechter Ausgleich von Geben und Nehmen angestrebt?
  • Ist die Bereitschaft vorhanden, den ärmsten Ländern der Welt einen Schuldenerlass zu gewähren, und die staatliche Entwicklungshilfe weiter aufzustocken?

 

Die Fragen und Hinweise dieses Blattes wollen zum Gespräch anregen. Dabei können unterschiedliche Standpunkte deutlich hervortreten. Das kann helfen, die eigene Entscheidung klarer zu finden. Bei aller Unterschiedlichkeit der Meinungen ist der Respekt voreinander und die Bereitschaft zum Hören aufeinander ein wichtiger Ausdruck der Verbundenheit mit Christus.

Mehr Infos

Auf zwei empfehlenswerte Webseiten möchten wir gerne Hinweisen:

 

http://www.fairplay-wahlen.ch/
http://www.smartvote.ch

United Methodist Church