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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Interreligiöser Dialog

Berufen zur Nächstenliebe und Christuszeugnis

Hilfen für die Begegnung mit Menschen anderer Religionen

(Grundlage dieses Heftes ist eine überarbeitete Fassung der Erklärung "Called to be neighbors and witnesses" der Generalkonferenz der United Methodist Church von 1980)

ANDERE MENSCHEN - ANDERE SITTEN

Würden Sie gerne auf die vielen unterschiedlichen Restaurants verzichten, die uns den Reichtum anderer Völker und Kulturen schmackhaft machen? Europäische Völker, wie Griechen und Italiener, aber vermehrt auch Völker anderer Kontinente, wie Chinesen, Afrikaner oder Lateinamerikaner haben ihre kulinarische Visitenkarte abgegeben und sind uns in ihrer Kochkunst lieb und wert.

Die Restaurants kennzeichnen eine Entwicklung: In Europa und anderen Erdteilen rücken die Menschen immer näher zusammen.

Vor Jahren haben wir Arbeitskräfte aus anderen Ländern zu uns gerufen, weil wir Hilfe brauchten; heute kommen viele zu uns, die in ihren Heimatländern in Not sind und versuchen unter uns zu leben. Manche sind Geschäftsleute, die für ihre Firmen im Ausland arbeiten und auch ihre Familien mitgebracht haben. Man begegnet sich in Kindergärten und Schulen, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft.

Dabei treffen wir auf Menschen, die gläubige Anhänger ihrer Religionen sind, sowie auf solche, deren Religionszugehörigkeit eher eine kulturelle Rückverbindung zur alten Heimat darstellt und ihnen in der neuen Heimat Identität verleiht.

Wieder andere sind offen für neue religiöse Impulse, weil der Glaube ihrer Mütter und Väter sie nicht mehr anspricht.

Diesen Menschen begegnen wir in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen als Christinnen und Christen. In der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus sehen wir uns dazu berufen, allen Menschen unabhängig ihrer Nationalität, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft verständnisvolle Nächste zu sein.

Gleichzeitig wollen wir den als unseren Herrn bekennen, der unserem Leben eine neue Grundlage und ein neues Ziel gegeben hat: Jesus Christus. Von ihm sind wir beauftragt, die Gute Nachricht allen Menschen nahe zu bringen.

Wie können wir beidem gerecht werden? Wie können wir dazu beitragen, dass die Vielfalt der Völker, Nationen und Religionen dieser Welt nicht zwangsläufig zu immer mehr Spannungen und schließlich zur gegenseitigen Zerstörung führt?

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UNSERE BERUFUNG: BERUFEN ZUR NÄCHSTENLIEBE

Nächstenliebe beginnt schon beim bewussten Umgang mit unserer Sprache. Es ist ein Unterschied, ob wir andere Menschen für Ungläubige halten oder von Angehörigen anderer Religionen sprechen. Wir sollten uns das Feingefühl dafür bewahren, dass auch andere Religionen dem Leben ihrer Anhängerinnen und Anhänger Sinn geben und Bedeutung verleihen wollen.

Jesus zeigt in der Geschichte vom barmherzigen Samariter, dass die christliche Nächstenliebe auch den Angehörigen anderer Religionen gilt: Beispielhaft hält er seinen Zuhörern vor Augen, dass religiöser Eifer in die Irre führt, wenn der Nächste aus dem Blick gerät. Indem Jesus den Pharisäern einen andersgläubigen Samariter als Vorbild hinstellt, werden sie dazu angehalten, es ihm gleich zu tun. Zugespitzt wird diese Grundhaltung im Wort von der Feindesliebe.

Nächstenliebe gegenüber Angehörigen anderer Religionen geschieht also nicht nur notgedrungen in besonders kritischen Situationen, wie z.B. der Soforthilfe im Katastrophenfall. Darüber hinausgehend bezeugt sie die unterschiedslose Liebe Gottes zu allen Menschen. Daher ist es ein zentrales Anliegen des christlichen Glaubens, die Nächsten zu lieben und gutnachbarschaftliche Verhältnisse zu ihnen herzustellen, so dass fremde Bräuche und Werte gelebt werden können und Schutz genießen. Diese Nächstenliebe wird für unser Gegenüber greifbar, wenn wir zuerst damit beginnen, seine Lebensweise, seine Lebenserfahrung und Glaubensweise kennen zu lernen. Auch wenn unser Nächster ganz anders lebt als wir, versuchen wir ihn zu respektieren. Wir achten seine kulturellen und religiösen Eigenarten und verletzen sie nicht.

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BERUFEN ZUM CHRISTUSZEUGNIS

Als Christinnen und Christen bezeugen wir, dass wir Jesus Christus als unserem Erlöser vertrauen und uns dazu berufen wissen, ihn vor allen Menschen als unseren Herrn zu bekennen. Wir sind davon überzeugt, dass der christliche Glaube in die Wahrheit führt und universellen Charakter hat.

Deshalb weisen wir auf Jesus Christus hin, indem wir von seiner Gnade sprechen, seine Liebe in den unterschiedlichsten Formen wie spontaner Hilfsbereitschaft oder sozialem Engagement zum Ausdruck bringen und in seinem Geist der Versöhnung mit Fremden zusammenleben. In allem offenbart sich Gottes versöhnende, heilende und einende Kraft. Auf der Suche nach beispielhaften Verhaltensmustern in der Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen halten wir fest, dass Gott Jesus Christus zur Erlösung der ganzen Welt gesandt hat. Er ist der Schöpfer aller Menschen, "...ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen (Epheser 4,6)."

Gott ist in jedem Land gegenwärtig, auch wenn wir dies nicht immer erkennen und sein Vorgehen kaum verstehen. Hier begegnen wir einem tiefen Geheimnis: Gott steht zu seiner Schöpfung in Beziehung, arbeitet an ihr durch den Heiligen Geist und hat durch Jesus Christus schon ihre Erlösung erwirkt. Deswegen weisen wir auf den Gott Jesu Christi in der Zuversicht hin, dass durch ihn alle Menschen Erlösung finden und Gott mit ihnen gnädig und liebevoll umgeht.

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UNSER DIALOGVERSTÄNDNIS

 

DIALOG ALS ZEUGNISHAFTE NÄCHSTENLIEBE
In dem Maß, wie sich die Beziehungen zu Angehörigen anderer Religionen vertiefen, entdecken Christinnen und Christen, wie oft ihrem Christuszeugnis die wahre Nächstenliebe gefehlt hat. Oft haben wir mehr geredet als zugehört. Dabei stieß unser mangelndes Einfühlungsvermögen auch diejenigen ab, die ernsthaft nach der Wahrheit suchten und ihre Erfahrungen und Überzeugungen mit uns austauschen wollten. Wir dachten von uns selbst hoch und von den anderen gering. So wurden Mauern errichtet, Feindseligkeiten Vorschub geleistet und Chancen vertan, andere mit unserer Christusbotschaft zu erreichen.

Die Haltung des "Dialoges" beschreibt nun in der Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen einen neuen Ansatz. Hierbei wird der Ruf zum Zeugnis und zur unterschiedslosen Nächstenliebe ernst genommen. An die Stelle eines Monologes treten das Zeugnis, das Zuhören und die Nächstenliebe und verbinden sich zu einem Gesamtzeugnis der Liebe Gottes.

Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Ebenen eines möglichen Dialoges zu unterscheiden, für die auch verschiedene Ziele gelten. Auf der Ebene der Völker und Nationen setzen wir uns für die gegenseitige Achtung der Existenzrechte ein. Die Frage nach religiöser Wahrheit darf nicht durch Gewalt gegen Angehörige anderer Religionen verdunkelt werden.

Innerhalb der Nationen versuchen wir, die Religionsfreiheit und Trennung von Religion und Staat zu fördern.

Auf der Ebene der zwischenmenschlichen Begegnung geht es uns nicht nur um das Recht zu überleben, sondern um den Austausch über den persönlichen Glauben, dem ein jeder anhängt.

Ein/e Dialogpartner/in muss dabei in der Lage sein, sich und anderen Rechenschaft über seine / ihre Glaubenshoffnung und Glaubenspraxis abzulegen, diese verständlich auszudrücken und vorurteilsfrei zuhören zu können. In diesem Gespräch müssen Missverständnisse ausgeräumt und das Selbstverständnis der Gesprächspartner/innen ernst genommen werden. Dabei dürfen wir erwarten, dass Gott uns durch seinen Heiligen Geist auch durch die Angehörigen anderer Religionen auch neue Einsichten über uns selbst eröffnet. Im Dialog soll ja nicht nur etwas mitgeteilt, sondern auch etwas gelernt werden. Es geht nicht nur darum, Gemeinsamkeiten zwischen Personen und religiösen Gemeinschaften zu entdecken. Misstrauen, Hass und Feindseligkeit, die so oft der interkulturellen und interreligiösen Begegnung ihren Stempel aufgedrückt haben, sollen überwunden werden. Die Dialogpartner/innen sollen sich an der Weisheit der anderen bereichern, ihr Vertrauen untereinander soll wachsen.

Die einzige Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, einander anzuerkennen und offen sowie respektvoll zu begegnen. Dies schließt ein, seine grundlegenden Überzeugungen über die Wahrheit des Evangeliums eben nicht zur Seite zu legen.

DIALOG ALS AUSTAUSCH VON ZEUGNISSEN
Ist aber der Drang, Zeugnis abzulegen, nicht doch ein Hindernis für den Dialog? Das war oft so, muss es aber nicht zwangsläufig sein. Dort, wo man redet und zuhört, wo man Glauben bekennt und offen ist für die Weisheit des anderen, entsteht ein Dialog und Zeugnis. In der Tat ist der offene Dialog ein Austausch von Zeugnissen. Hier sprechen beide Seiten von dem, was ihnen wirklich wichtig ist. Dabei ist schon unsere Bereitschaft, dem Zeugnis der anderen zuzuhören, ein Teil unseres Zeugnisses. Es sollte zuletzt davon handeln, was den eigenen Glauben so anziehend und wichtig macht. Auf dieser Ebene des Dialoges muss jeder seinen Glauben gut kennen und gründlich darlegen können.

Dialog ist kein Verrat am Zeugnis. Es ist falsch, hier einen unüberwindbaren Gegensatz zu sehen. Stattdessen brauchen Dialog und Zeugnis einander, verbinden sich Offenheit und Respekt mit der Darlegung tiefster Überzeugungen über Leben, Tod und persönliche Hoffnung.

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HERAUSGEFORDERT DURCH NEUE RELIGIÖSE BEWEGUNGEN

Neben den großen Weltreligionen werden wir aber auch durch neue religiöse Bewegungen herausgefordert. Wo diese mit Manipulation und Nötigung arbeiten, müssen wir sie ablehnen. Trotzdem bezeugen Menschen, in ihnen Lebenssinn und Lebenshoffnung gefunden zu haben. Wir wollen diese Bewegungen nicht alle über einen Kamm scheren und verurteilen, sie aber auch nicht automatisch als neue Ausdrucksformen menschlicher Freiheit willkommen heißen. Menschenrechte werden durch zerstörerische Kulte oft mit den Füßen getreten. Dies darf uns nicht dazu verleiten, mit ähnlichen Mitteln Vertreter und Vertreterinnen dieser Glaubensrichtungen zu bekämpfen.

In der Begegnung mit zerstörerischen, manipulierenden und die Menschenrechte missachtenden Kulten kommt der vorbeugenden Gemeindearbeit besondere Bedeutung zu. Die Erfahrung eines intakten christlichen Gemeindelebens und die Begegnung mit einer verantwortlichen christlichen Lehre bereitet am besten für diese Auseinandersetzung vor. Wer persönliche Annahme erlebt hat und in christlicher Gemeinschaft lebt, ist eher in der Lage, diese Gruppen zu durchschauen und ihnen kritisch entgegenzutreten.

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ZUSAMMENFASSUNG

In der Begegnung mit anderen Glaubensrichtungen nehmen wir den Ruf ernst, allen Menschen unseren Glauben zu bezeugen (Matthäus 28,19). Gleichzeitig sind wir um Frieden mit Jedermann bemüht (Hebräer 12,14).

Wie können wir ein falsches Zeugnis vermeiden, wenn wir unsere Nächsten und ihre Überzeugungen nicht kennen? Wie können wir sie lieben, ohne von Gottes grösstem Geschenk zu sprechen, nämlich seiner Ankunft unter den Menschen in Jesus Christus?

Wie können wir Friedensstifter sein, ohne Nächstenliebe zu üben? Wie können wir vorgeben, unsere Nächsten zu lieben, ohne die Botschaft und Gaben wahrzunehmen, die Gott ihnen anvertraut hat?

Daher sind im Kontakt zu Angehörigen anderer Religionen Nächstenliebe und Christuszeugnis die beiden wichtigsten Grundhaltungen der Christinnen und Christen innerhalb der Evangelisch -methodistischen Kirche.

Das Ziel interreligiöser Beziehungen besteht nicht darin, alle Glaubensrichtungen in einer Religion zusammenzufassen. Wir Christinnen und Christen haben kein Interesse an einem solchen Synkretismus. Wirklicher Dialog fordert keineswegs weniger Hingabe an Christus, sondern ist überhaupt erst dann möglich, wenn der eigene Glaube stark ist. Wir wollen den Angehörigen anderer Religionen, deren religiöse Einstellung sich von unserer unterscheidet, Nächste sein. Wir wollen einander die tiefsten Überzeugungen unseres Lebens mitteilen. Im Vertrauen auf Gottes Gnade in Jesus Christus öffnen wir uns dem Dialog und der Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Religionen und mit Christen, die manches vielleicht anders verstehen als wir. Weder verheimlichen wir Unterschiede, noch vermeiden wir Konflikte, aber wir bemühen uns, beide fruchtbar zu machen.

Weiterhin setzen wir uns dafür ein, dass Menschen in Freiheit ihren Glauben leben können. Angehörige anderer Religionen sollen nicht nur geduldet werden, sondern einen festen Platz in unserem öffentlichen Leben haben.

Weil wir daran glauben, dass Gottes gnädiger Ruf allen Menschen die Möglichkeit schenkt, ihm in Freiheit zu antworten, und Religionsfreiheit erst die Grundlage einer freien Entscheidung für Gott schafft, wenden wir uns gegen jede Unterdrückung aus religiösen, nationalen oder geschlechtsspezifischen Motiven. Diese Grundhaltung verlassen wir auch dann nicht, wenn sie uns selbst von den Angehörigen anderer Religionen innerhalb ihrer Heimatländer nicht gewährt wird. Wir mahnen sie aber an und erwarten von den Angehörigen anderer Religionen, dass sie in unserem Land diese Grundhaltung praktizieren.

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LEITLINIEN FÜR INTERRELIGIÖSE BEGEGNUNGEN

Die folgenden Leitlinien sollen Gliedern, Angehörigen und Freunden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) helfen, ihrer Berufung gemäß Angehörigen anderer Religionen Zeugen und Nächste zu sein.

1 Entdecken Sie Angehörige anderer Religionen in Ihrer Stadt oder deren Umgebung und informieren Sie sich und Ihre Gemeinde über sie.

1.1 Planen Sie Veranstaltungen, die Christinnen und Christen und Angehörige anderer Religionen zusammenbringen. Diese Veranstaltungen sollten möglichst von einer ökumenischen Basis ausgehen. In Zusammenarbeit sollten Beziehungen entwickelt, Spannungen und Schwierigkeiten erforscht werden. Wo diese Möglichkeit nicht gegeben ist, soll die Initiative von der EMK ausgehen.

1.2 Besuchen Sie Gottesdienste und Treffen von Menschen anderer Religionen. Achten Sie auf ihre heiligen Zeiten und Orte. Behandeln Sie sie nicht als "touristische" Sehenswürdigkeiten.

1.3 Studieren Sie sorgfältig die neuen religiösen Bewegungen.

2 Setzen Sie sich für die Menschenrechte aller ein.

2.1 Sorgen Sie dafür, dass die Menschenrechte der Angehörigen anderer Religionen nicht verletzt werden.

2.2 Die Menschenrechte dürfen auch innerhalb einer religiösen Gruppe nicht ausgesetzt werden. Ein grundlegendes Recht besteht darin, die Gruppe seiner Wahl auch wieder verlassen zu dürfen. Unterstützen Sie Menschen, die diesen Wunsch haben und entwickeln sie Ihr christliches Zeugnis gerade auch gegenüber diesen religiösen Bewegungen.

3 Beginnen Sie den Dialog mit anderen religiösen Gemeinschaften

3.1 Suchen Sie Beziehungen zu Juden, Muslimen, Buddhisten und Hindus sowie zu ihren jeweiligen Organisationen. Veranstalten Sie Gespräche, Programme und Dialoge mit dem Ziel:

  • den Glauben des anderen verstehen zu lernen;
  • seine besonderen Gaben schätzen zu lernen;
  • die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken;
  • Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu finden.


3.2 Entwickeln Sie zusammen mit der jüdischen Gemeinde das Bewusstsein für unsere gemeinsamen Wurzeln sowie für unsere tragische Verflechtung miteinander in der Geschichte. Achten Sie auf Antisemitismus unter Christinnen und Christen und versuchen Sie, die Bedeutung des Holocausts und des Landes Israel für die Juden zu verstehen.

3.3 Gehen Sie den negativen Vorurteilen gegenüber Muslimen auf den Grund, die Missverständnisse fördern und positive Beziehungen verhindern. Versuchen Sie die Rolle zu verstehen, die der Islam in verschiedenen Gesellschaften des Nahen Ostens spielt.

3.4 Bemühen Sie sich um Verständnis der Spiritualität buddhistischer und hinduistischer Gemeinschaften, die viele Menschen im Westen angezogen hat.

4. Führen Sie gemeinsame Aktivitäten mit Menschen anderer Religionen durch.

4.1 Bemühen Sie sich gemeinsam, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Probleme zu lösen. Stehen Sie gemeinsam für die Menschenrechte in ihrer Gesellschaft ein. Schützen Sie gemeinsam das kulturelle Erbe.

4.2 Bereiten Sie örtliche Feiern mit einer interreligiösen Perspektive vor.

4.3 Beteiligen Sie sich an interreligiösen Initiativgruppen.

4.4 Bemühen Sie sich um ein interreligiöses Bewusstsein im Bildungswesen. Das könnte bedeuten, die Kultusministerien zu bitten, Schulbücher auf faire und genaue Darstellung verschiedener religiöser Gruppen hin zu überprüfen. Es könnten auch Volkshochschulkurse für Menschen angeregt oder angeboten werden, die ins Ausland reisen wollen. Um eine größere Zahl von Menschen zu erreichen, könnten insbesondere Fernseh- und Radioprogramme produziert werden.

5. Bereiten Sie sich sorgfältig vor, bevor Sie Gottesdienste, Riten oder Meditationen mit Angehörigen anderer Religionen zelebrieren oder durchführen.

5.1 Es wird für Christinnen und Christen nicht möglich sein, sich auf Riten und Gottesdienste anderer Religionen völlig einzulassen – und das sollte auch nicht erwartet werden. Trotzdem kann es angebracht sein, auf Einladung hin an solchen Versammlungen teilzunehmen.

5.2 Manche möchten gemeinsame Gebetsgottesdienste durchführen. Bei solchen Anlässen sollten religiöse Symbole und Handlungen nicht so relativiert werden, dass religiöse Unterschiede unwichtig werden.

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ZUR PERSÖNLICHEN VORBEREITUNG

Bedenken Sie bei der Vorbereitung eines Dialoges folgende Punkte:

  1. Klarheit über das eigene Glaubensverständnis und den persönlichen Einsatz ist absolut notwendig.
  2. Gehen Sie davon aus, dass alle Teilnehmer/innen guten Willens sind.
  3. Bemühen Sie sich um ein klares Verständnis des anderen Glaubens und seien Sie bereit, ihn im bestmöglichen Licht zu sehen.
  4. Sehen Sie sowohl den verbindenden als auch den trennenden Aspekten des Dialogs aufrecht ins Auge.


Herausgeber: Evangelisch-methodistische Kirche Behörde für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit Neckarstraße 20, DE 63179 Obertshausen

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United Methodist Church