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Bibel, Visionen...

"Verlass dich nie auf Visionen oder Träume, auf plötzliche Eingebungen oder auf irgendwelche andere starke Impulse. Denke daran: Nicht durch solche Dinge sollst du den Willen Gottes in einer bestimmten Situation erfahren, sondern indem du schlicht und einfach die Aussagen der Heiligen Schrift auf deine Lage beziehst. Dabei stehen dir Erfahrung und Verstand zur Verfügung, und der Geist Gottes wird dich unterstützen."

John Wesley (1703 - 1791)

Erbschaftssteuer ist die gerechteste Steuer

 

von Heiner Studer, alt Nationalrat EVP, Präsident Trägerverein

 

Jesus sagte, man solle dem Kaiser geben, was dem Kaiser gehöre. Dass für die Bestreitung der Bedürfnisse des Staates Steuern zu bezahlen sind, ist in der Bibel eine Selbstverständlichkeit. Dass dies nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit geschehen soll, ist naheliegend. Bereits im Alten Testament gibt es starke Warnungen davor, den eigenen Besitz im grossen Stil zu vermehren. Ein Beispiel finden wir im 3. Mosebuch mit dem dort beschriebenen Erlassjahr. Der Prophet Jesaja warnt im Kapitel 5,8: „Wehe denen, die Haus an Haus reihen…“ 

 

Es geht um eine Erbschaftssteuerreform. Viele Kantone kannten die Erbschaftssteuer schon früher. Bereits recht bescheidene Erbschaften wurden besteuert. Erst als viele Wohlhabende im Alter ihren Wohnsitz in Kantone verlegten, welche die höchsten Einkommen privilegiert behandelten, reduzierten viele andere Kantone aus Konkurrenzgründen diese sinnvolle Steuer.

 

Die Kompetenz, eine Erbschafts- und Schenkungssteuer zu erheben, geht von den Kantonen an den Bund. Als Entgelt dafür erhalten die Kantone einen Drittel des Ertrages, was rund 1 Milliarde Franken entspricht, etwas mehr als die Kantone heute insgesamt einnehmen. 

 

Zwei Drittel des Ertrages gehen an die AHV. Damit erhält unser wichtigstes Sozialwerk eine neue, nachhaltige Mitfinanzierungsquelle. Für die Zukunft bestünde sonst das Risiko, dass die Lohnnebenkosten steigen, d.h. dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer höhere Abgaben bezahlen müssen, dass die Mehrwertsteuer – was alle treffen würde – erhöht werden müsste oder dass die Leistungen der AHV etwas abgebaut würden. All dies würde die Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen besonders treffen. 

 

Als Christ ist mir wichtig, dass es sich um eine gerechte Steuer handelt. Durch Arbeitsleistung verdientes Geld muss versteuert werden. Erbschaften, ganz  besonders Millionenerbschaften, sind arbeitslose Einkommen. Sie fallen den Erben ohne eigene Leistung zu. In unserem Land sind die hohen Einkommen und Vermögen in der Hand weniger konzentriert.

United Methodist Church